„Wohlstand von morgen. Wege zu einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell“ lautete der Titel der ersten öffentlichen Konferenz des Denkwerk Demokratie, die am 14.2. in Kooperation mit der Landesvertretung Rheinland-Pfalz mit rund 300 Teilnehmer/innen aus vielen Bereichen der Gesellschaft stattfand.

Ziel der Veranstaltung war es, sich über die Möglichkeiten eines wirtschaftlichen Entwicklungspfades auszutauschen, der dem den Grundsätzen der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit gerecht wird.

 

–       Programm der Tagung

–       Videomitschnitt

 

Anlässlich dieser Konferenz hat das Denkwerk Demokratie ein Diskussionspapier mit dem Titel „Wir brauchen ein neues wirtschaftliches Gleichgewicht vorgelegt“.

 

Gefordert wurde, das alte Magische Viereck des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes aus den 60er Jahren durch ein neues Magisches Viereck mit den Zielen der staatlichen, ökonomischen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit zu ersetzen.

 

Dieses Papier basierte u.a. auf einer Studie von Sebastian Dullien und Till van Treeck, die wir im Herbst 2012 als Werkbericht veröffentlicht haben.

 

In einer ersten Runde gab es Impulsbeiträge von Rainer Baake (Direktor Agora Energiewende), Reiner Hoffmann (Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie, Vorsitzender des Landesbezirkes Nordrhein), Prof. Dr. Gustav Horn (Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung) und Dr. Inge Paulini (Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU).

Trotz unterschiedlicher Sichtweisen hinsichtlich der Gewichtung der einzelnen Ziele eines nachhaltigen Wirtschaftsmodells war sich die Runde einig, dass ein sozial-ökologischer Pfadwechsel erforderlich ist und dieser eine demokratische Einbeziehung der gesellschaftlichen Akteure voraussetzt.

 

Diese Gedanken wurden in einer zweiten Runde mit Spitzenvertretern aus Politik und Zivilgesellschaft vertieft. Auch zwischen Sigmar Gabriel (Parteivorsitzender der SPD), Jürgen Trittin (Vorsitzender der Bundestagsfraktion und Spitzenkandidat zur Bundestagswahl von Bündnis 90 / Die Grünen), Prof. Dr. Hartmut Vogtmann (Präsident des Deutschen Naturschutzrings) und Reiner Hoffmann (der für den kurzfristig krankheitsbedingt ausgefallen Zweiten Vorsitzenden der IG Metall, Detlef Wetzel, einsprang) gab es Differenzen in Einzelfragen, aber Einigkeit im Grundsatz. Sowohl von Seiten der Politik, als auch der Verbände wurde betont, dass ein neues „Magisches Viereck“ ein taugliches Instrument sein könnte, um wirtschaftspolitische Ziele im öffentlichen Diskurs transparent zu machen und die bestehenden Zielkonflikte in der konkreten Wirtschaftspolitik besser als bislang auszubalancieren.

 

In ihrem Schlusswort kündigte Steffi Lemke (Vorstandsmitglied des Denkwerk Demokratie) an, dass das Denkwerk am Thema eines neuen „Magisches Vierecks“ weiterarbeiten werde und die Impulse der Veranstaltung in diese Arbeit einbeziehen wird.