Das „Progessive“ in den aktuellen politischen Diskursen

Manche sprechen derzeit von einer möglichen oder auch wünschenswerten „progressiven Regierung“. Gibt es noch klare, kohärente Fortschrittsvorstellungen, die dem Sinn verleihen könnten? Wie übersetzen sich die ideengeschichtlichen Linien des „Progessiven“ und des „Konservativen“ auf die zentralen gesellschaftlichen Debatten am Ende der Merkel-Jahre? Spuren dieser Ideengeschichte finden sich auch heute noch in der Verwendung dieser Begriffe, doch wie lebendig progressive und konservative Motive wirklich sind, muss an den derzeit breitenwirksamen, relevanten Diskursen – und den in ihnen wirksamen Vorstellungen des Wandels – abgelesen werden.
Ein Artikel aus dem Denkwerk von Christian Kellermann und Ralph Obermauer auf der Seite der Heinrich-Böll Stiftung: https://www.boell.de/de/2021/09/08/das-progressive-den-aktuellen-politischen-diskursen?dimension1=startseite

Digitaler Kapitalismus: Von der Würde der Arbeit in digitaler und klimaneutraler Zukunft

Artikel aus dem Denkwerk zur Zukunft der Arbeit in der Zeitschrift spw:

von Christian Kellermann, Ralph Obermauer

Die Debatte zur Zukunft der Arbeit ist von vielen Studien, Prognosen und Szenarien geprägt, etwa zur künftigen Rationalisierung durch digitale Technologien, zum Wandel der Arbeitsnachfrage durch den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft, zu weiteren Produktivitätssteigerungen oder neuen Dienstleistungen. Solche Studien sind hilfreich und wichtig, doch durch ihre Dominanz und ihre unbefragten Prämissen verläuft diese Debatte oft irritierend frei von normativen Standpunkten, frei von der genuin politischen Frage: Wie wollen wir es denn haben, wie sollte es werden, wie wäre es gut?

Hier geht´s zum Artikel.

Werkbericht Nr. 8: Mobilitätswende – Die deutsche Automobilindustrie im Umbruch.

Das Denkwerk Demokratie legt mit dem Werkbericht Nr. 8 eine Studie zur Transformation des Mobilitätssystems vor. Am Beispiel der Automobilindustrie beleuchtet sie die Problematik eines ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Entwicklungspfades der Wirtschaft. Die Studie wurde im Auftrag des Denkwerk Demokratie vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung IÖW verfasst.

 

Sie identifiziert drei treibende Faktoren eines grundlegenden Wandels in den Märkten der Mobilität. Neben den Erfordernissen des Klimaschutzes und dem damit verbunden gesellschaftlichen und politischen Veränderungsdruck erwarten die Autoren in den nächsten Jahren auch starke Veränderungen der Nachfrage. Die Möglichkeit autonom fahrender Fahrzeuge kann die Nachfrage nach Mobilität fundamental verschieben. Und durch die Digitalisierung des Mobilitätssystems sowie begleitende digitale Informations- und Kommunikations-Dienstleistungen könnte sich die Art, wie Menschen sich fortbewegen wollen, ebenfalls sehr stark verändern.

 

Angesichts der zentralen Rolle der Automobilindustrie für Wohlstand, Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland sind Unternehmen, Gewerkschaften und Politik gleichermaßen aufgefordert, diesen Wandel so zu begleiten und zu gestalten, dass er sozial und ökologisch nachhaltig verläuft und nicht in wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen führt. Die neue Mobilitätswelt könnte eine ökonomische, ökologische und kulturelle Erfolgsgeschichte werden. Dazu müssten politische Regulierungswege, unternehmerische Strategien und beschäftigungspolitische Erwägungen klug aufeinander abgestimmt werden.

 

Die Studie fügt sich in einen längerfristigen Diskussionsprozess im Denkwerk Demokratie ein. Es geht dabei um Fragen einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik und Instrumente einer nachhaltigen Strukturpolitik. Der Werkbericht Nr. 1 befasste sich mit einer Landkarte politischer Diskurse zu Wirtschaft, Wachstum und Gesellschaft. Die Werkberichte Nr. 2, Nr. 4 und Nr. 7 stellten Ziele einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik in Form eines neuen Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes vor (Neues Magisches Viereck).